Blutegel-Therapie

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Blutegel-Therapie

Bereits im alten Ägypten wurden Blutegel für medizinische Zwecke eingesetzt. Die Blutegel-Therapie findet heute sowohl in der Humanmedizin als auch in der Veterinärmedizin immer mehr Anwendung.  

Der medizinische Blutegel ist bis zu 15 cm lang und 2 cm Breit und zählt zu den Ektoparasiten, da er sich von dem Blut seines Wirtes ernährt. Der Speichel des Blutegels, wirkt aufgrund der Inhaltsstoffe entzündungshemmend, antibiotisch, gerinnungshemmend und antithrombotisch. Es konnten zwanzig Speichelproteine in einer Konzentration nachgewiesen werden, die physiologische Prozesse im Körperbeeinflussen können. Drei davon sind:

Hirudin – wirkt gerinnungshemmend und antithrombotisch und fördert somit die Durchblutung

Calin – hemmt ebenfalls die Blutgerinnung und bewirkt dadurch die Reinigung der Wunde durch Nachbluten

Hyaluronidase – erhöht die Durchlässigkeit des Gewebes und beschleunigt so den Abbau von Schwellungen  

Aufgrund dieser Wirkungen ist das Einsatzgebiet der Blutegel weit gefächert: bei Pferden werden Blutegel vor allem bei Venenentzündungen, ) Hämatomen, Schleimbeutelentzündungen, Gelenkgallen und Gelenkergüssen verwendet. Auch bei Hufrehe können sie therapeutisch eingesetzt werden. Bei Tieren mit einer Anämie oder einemgeschwächten Immunsystem sollte auf eine Behandlung verzichtet werden.

Bei der Blutegel-Therapie wird die geplante Bissstelle rasiert, um dem Egel das Ansaugen zu erleichtern. Hat sich der Egel am Pferd festgesaugt, saugt er circa8-10 ml Blut und gibt dabei seinen Speichel in die Bissstelle ab. Dabei ist das rhythmische Pulsieren deutlich zu beobachten. Nach der Blutaufnahme, die bis zu30 Minuten dauert, lässt der Blutegel von alleine los und fällt ab. Nach dem Abfallen der Egel beginnt die Nachblutzeit, die bis zu 12 Stunden andauern kann. Sie dient der natürlichen Wundreinigung und sollte daher nicht gestoppt werden. Kann eine Verunreinigung der Bissstelle nicht vermieden werden können, wie zum Beispiel bei der Anwendung an den unteren Gliedmaßen, sollte die Wunde mit einem Verband abgedeckt werden.

Medizinische Blutegel werden in Deutschland auf speziellen Zuchtfarmen gezüchtet und von dort per Express verschickt. In der Regel wird ein Egel aufgrund der Infektionsgefahr nicht ein zweites Mal zur Therapie eingesetzt und darf aus diesem Grund auch nicht in die Natur ausgesetzt werden. Falls sie nochmal anbeißen sollen, müssen sie für mindestens 8 Monate in Quarantäne um komplettausgehungert zu sein.  Außerdem dürfen sie dann nur bei demselben Pferd wieder angesetzt werden, da sonst das Infektionsrisiko zu hoch ist. Im Anschluss an die Therapie werden die Blutegel durch Alkohol oder mittels Einfrieren so schmerzfrei wie möglich getötet oder zurück an die Zuchtfarmgeschickt, wo sie ihren Lebensabend im Rentnerteich in Quarantäne verbringen dürfen.

Blutegel – Fakten

-olivgrün-bräunlich mit rötlichen Streifen

- Zwitter

- Artengruppe: Ringelwürmer

- Ca. 600 verschiedene Arten

- Überleben bis zu 24 Monate ohne Nahrung

- Werden bis zu 30 Jahre alt

- Maul mit 3 Kiefern und etwa 80 winzigen Kalkzähnen

- Saugen bis zum fünffachen ihres Körpergewichtes an Blut

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