"Bäumchen raus..."

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"Bäumchen raus..."

Die besinnlichen Festtage sind vorbei, der Kopfschmerz vom Neujahrssekt ist auskuriert und ein schwedisches Möbelhaus feiert mit seiner alljährlichen Kampagne bereits den Auszug der Weihnachtsbäume aus der Wohnung. Oftmals darf der Baum traditionell bis zum Dreikönigstag verweilen – spätestens dann muss er aber das Feld räumen, um Platz für neue Deko zu schaffen. Aber wohin mit dem Grünzeug, das doch eigentlich noch recht frisch aussieht?


Viele Pferdebesitzer bieten ihren Pferden die Weihnachtsbäume nach den Festtagen als „Knabberspaß“ oder „Beschäftigungsmöglichkeit“ an.
Aber ist das sinnvoll und vor allem unschädlich?
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Nein - aus tierärztlicher Sicht wird vom Verfüttern der Bäume dringend abgeraten. Die meisten Tannen, die es als Weihnachtsbaum in die Stube schaffen, sind Nordmanntannen oder Blaufichten – Bäume mit eher weichen Nadeln, die lange frisch und grün bleiben. Beide gehören zu den Kieferngewächsen, die sowohl im Rindenholz, als auch in den Nadeln ätherische Öle und Harze zum Schutz vor Fressfeinden enthalten. Diese Öle kommen beim Menschen häufig zur Linderung von Erkältungskrankheiten zum Einsatz, haben aber in größeren Mengen im Pferd nichts zu suchen.
Beim Knabbern am gesamten Baum nehmen die Pferde z.B. Terpentinöl auf, welches bei größerer Aufnahme zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit führen kann: Die enthaltenen Gerbstoffe und Öle der Weihnachtsbäume sind z.B. toxisch und nieren- und leberschädigend.
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Als Pflanzenfresser sind Pferde eigentlich in der Lage kleine Mengen Tannine/Öle/Gerbstoffe zuverlässig zu verstoffwechseln, aber ähnlich wie beim Verzehr von Eicheln gilt auch hier: Alles in Maßen – nicht in Massen.
Besonders sensible Pferde reagieren schon auf kleinste Mengen mit Verdauungsproblemen, Koliken und Allergien. Weiterhin kann es zu einer Einengung der Atemwege und in der Folge zu Atemnot kommen. Eine akute Vergiftung äußert sich übrigens in einer Magen-Darm-Entzündung und in zentralnervösen Störungen, die sich durch Einknicken der Hinterhand zeigen können.
Wer also nicht weiß, ob sein Pferd zu den anfälligeren Kandidaten gehört sollte das Futter-Experiment lieber gar nicht erst wagen...
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Der Nährwert eines Weihnachtsbaums ist zudem ausgesprochen gering. Abgesehen von der erwähnten „Beschäftigung“ bietet der Baum dem Pferd keinen nennenswerten Vorteil, der das Risiko aufwiegen würde.
Neben den enthaltenen problematischen Inhaltsstoffen ist auch die "chemische Keule" zu beachten – Weihnachtsbäume tragen bisher nur selten ein „Bio-Siegel“ und werden in der Regel chemisch behandelt, damit potentielle Schädlinge den Baum in der Wachstumsphase nicht gefährden. Gesund ist also anders!
Auch die Gefahr durch vergessenen Baumschmuck ist hoch: Ein Haken für die Christbaumkugel wird schnell mal übersehen, ein kleiner Streifen Lametta kann in den Nadeln hängen bleiben und in dem Weihnachtsgesteck versteckt sich vielleicht noch ein Eibenzweig – ebenfalls hochgiftig für Pferde.
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Wer das neue Jahr möglichst risikofrei beginnen möchte, sollte daher lieber auf andere „Entsorgungsmöglichkeiten“ setzen und seinen Pferden den Paddock-Aufenthalt mit anderen Dingen versüßen…


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P.S. Übrigens keine Panik, wenn das Pferd im Vorbeigehen mal an einheimischen, unbehandelten Tannen und Fichten nascht – sie sind relativ unbedenklich, eigenen sich aber ebenfalls nicht zur regulären Fütterung

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Oftmals darf der Baum traditionell bis zum Heilige Drei Königstag verweilen - spätestens dann muss er aber das Feld räumen.

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