Hinweise zur Kolik

Erste Maßnahmen

Gerade bei einer Kolik spielt die Zeit eine entscheidende Rolle. Der Tierarzt sollte umgehend gerufen werden. Optimal ist es, wenn man ihm am Telefon schon Puls- und Atemfrequenz, sowie die rektale Körpertemperatur mitteilen kann.

 

Bis der Tierarzt auf dem Hof ist, sollte folgendes getan werden:

  • Keine Futter- oder Wasseraufnahme
  • Pferd in eine große und gut eingestreute Box bringen
  • Verletzungsgefahr minimieren.
  • Keine Medikamente eigenständig verabreichen
  • Kot- und Urinabsatz beobachten
  • Hilfsperson organisieren
  • Vorsichtshalber schon mal den Transport organisieren

Das Pferd darf sich hinlegen und wälzen und kann bei milden Symptomen auch Schritt an der Hand geführt werden.

Bei starker Symptomatik und drohender Verletzungsgefahr für Mensch und Tier kann das Pferd auch in eine Halle gebracht werden.

Im Notfall: 05438 - 95850 - rund um die Uhr erreichbar!

Allgemeines

Der Begriff "Kolik" steht nicht für eine eigenständige Erkrankung, sondern ist ein Sammelbegriff für Schmerzsymptome, deren Ursache meist im Bauchraum liegt. Die Symptome können einen milden Verlauf haben, aber auch extrem heftige Verlaufsformen kommen immer wieder vor, die unbehandelt schnell lebensbedrohlich werden können. Deshalb ist es wichtig, dass sie früh erkannt werden und schnell eine tierärztliche Untersuchung und Behandlung erfolgt.

Koliksymptome

Stark schwitzendes Pferd

Häufige typische Symptome sind unter anderem:

  • Scharren
  • Umschauen zum Bauch oder Treten unter den Bauch
  • Häufiges und heftiges Wälzen
  • Mehrmaliges hinlegen und aufstehen
  • Flehmen
  • Keine Futteraufnahme
  • Schnelle Atmung und geblähte Nüstern
  • Erhöhte Pulsfrequenz (>60/min)
  • Keine oder reduzierte Darmgeräusche

Aber auch allgemeine Mattigkeit, reduzierte Futteraufnahme oder ungewohntes Hinlegen können Hinweise auf eine beginnende Kolik sein.

 

Höchste Eile ist geboten, wenn es bereits zu Darmeinklemmungen gekommen ist: das Pferd zeigt zu Beginn heftigste schmerzsymptome mit unkontrolliertem Hinschmeißen und starkem Schwitzen. Manchmal kommt es daraufhin zu einer scheinbaren Besserung: die Pferde trocknen ab und werden ruhiger. Doch gerade dann muss schnell gehandelt und das Pferd umgehend in eine Klinik gebracht werden.

Ursachen

Ursachen einer Kolik können sein

  • Anatomische Gründe durch die Besonderheiten des Pferdedarms
  • Funktionsstörungen des Darms
    • reduzierte Peristaltik (Darmbewegung) = Darmlähmung
    • Aufgasung = Gaskolik
    • Verstopfung
    • krankhaft erhöhte Darmbewegung = spastische Kolik
  • Darmentzündung
  • Parasitenbefall (Würmer)
  • Sandverstopfung
  • Magengeschwüre

Vorbeugende Maßnahmen

Nicht jede Kolik ist vermeidbar - jedoch gibt es Maßnahmen, die im Vorfeld getroffen werden können, um das Risiko einer Kolik durch falsche Haltung zu minimieren

  • Futter, dass Art- und Leistungsgerecht auf das Pferd abgestimmt ist
  • Futtermittel von guter Qualität
  • Ausreichend Raufutter und Wasser anbieten
  • Erst Rauhfutter, dann (nach frühestens zehn Minuten) Kraftfutter
  • Geregelter Tagesablauf bzgl. Fütterung und Training
  • Tagesration in mind. drei Portionen
  • Tägliche Bewegung
  • Regelmäßige Parasitenbekämpfung mit Erfolgsnachweis
  • Futterumstellung langsam durchführen
  • Aufnahme von Sand vermeiden
  • Stress vermeiden
Torsio coli 360°

Bei diesem Fall kam leider die Hilfe zu spät! Es lag eine sogenannte Torsio coli 360 Grad vor, dabei dreht sich der gesamte Dickdarm um seine eigene Achse u. schnürt jede Blutversorgung irreversibel ab! Dabei spielt die Dauer der Kolik ein erheblich Rolle! 

Sandkolik

Hochgradige Dickdarmverstopfung mit Sand!!! Auf dem Foto sieht man eine sogenannte Sandaufschwemmung des Darminhaltes in einem Plastikhandschuh! Die Finger sind mit purem Sand gefüllt! In so einem Fall hilft nur eine Eröffnung und Ausspülung bzw. Entleerung des Darmes!