Kernspintomografie - MRT

MRT am stehenden Pferd

Seit 2004 arbeiten wir mit der Kernspinuntersuchung am Pferd.
Die auch als Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) bezeichnete Diagnosemethode, ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung der verschiedenen Gewebe mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen. Ohne den Einsatz von Röntgenstrahlen werden Schichtaufnahmen des betroffenen Areals angefertigt. Das seit etwa acht Jahren in der Pferdemedizin eingesetzte Verfahren liefert gegenüber dem Röntgen zusätzliche Informationen.
Durch die MRT Technik ist es uns möglich Aussagen über den Zustand von Weichteilgewebe wie Bänder, Sehnen, Gelenkkapsel, Knorpel oder Schleimbeutel zu treffen. Dadurch ist insbesondere der Bereich der Hufrolle, der sich im für den Tierarzt nur bedingt zugänglichen Hornschuh befindet, mittels MRT genauestens zu untersuchen.

In unserer Klinik verwenden wir ein Gerät, das die Untersuchung am stehenden, lediglich sedierten Pferd ermöglicht. Eine risikoreiche Narkose ist somit nicht mehr nötig. Der U-förmige Magnet ist höhenverstellbar, so dass Regionen vom Hufbereich bis zum Vorderfußwurzel- bzw. Sprunggelenk untersucht werden können. Bundesweit wird dieses moderne Verfahren bisher nur von vier weiteren Kliniken angeboten (Stand 2010).

Wie ist der Ablauf?

Die Eisen werden von beiden Hufen entfernt. Das Pferd wird sediert, in den Raum geführt und mit einem Bein in den Scanner gestellt. Der Tierarzt richtet den Magnet an dem erkrankten Bein aus. Viele Bilder werden angefertigt, wobei manchmal auch Vergleichsaufnahmen des anderen Beins mit inbegriffen sind. Nach 1-2 Stunden wird das Pferd aus dem Raum geführt und falls notwendig kurz zum Aufwachen in eine Box gebracht. Dann erfolgt die Besprechung mit dem Haustierarzt, Besitzer und/oder Reiter, so dass in kollektiver Zusammenarbeit der therapeutische Weg festgelegt wird.

 
Welche Vorteile bietet der MRT?
Sie erspart Ihnen Zeit und Geld. In der Humanorthopädie ist der MRT meist die diagnostische Methode der „ersten Wahl“. Die einzige Methode mit der alle Strukturen - auch unter der Hornwand - dargestellt werden können.
Eine Vollnarkose ist in den meisten Fällen nicht notwendig
  • Narkoserisiko eliminiert
  • Durchführbar als ambulanter Termin
  • Befürwortet von Besitzern und Trainern für ein effektives Gesundheitsmanagement von Sport – und Freizeitpferden
  • Sofortige Diagnose in über 90% der Fälle

 

Klare und schnelle Diagnose:
  • spart unnötige und teure wiederholte Untersuchungen, erfolglose Therapien und Ruhephasen
  • ermöglicht gezielte Behandlungen inklusive spezieller Beschläge
  • eliminiert das Risiko von fortschreitenden Schäden in dem Untersuchungs-Behandlungs-Ruhephasen-Nachuntersuchungskreislauf
  • ermöglicht schnelle Entscheidungen bezüglich der Zukunft des Pferdes

 

Erwägen Sie einen MRT in folgenden Fällen:

  • Lahmheiten, deren Ursachen im Huf- oder unterem Beinbereich anzusiedeln sind (inklusive Karpal oder Tarsalgelenk)
  • Röntgenbilder sind unauffällig oder fragwürdig
  • Szintigraphie wird noch in Betracht gezogen oder war negativ
  • Ultraschall ist nicht möglich oder liefert keine Antwort
  • Bei einer akuten Stichwunde (z.B. Nageltritt)
  • Akute und chronische Lahmheiten ohne Behandlungserfolg
  • Als Kontrolle der Behandlung und des Heilungserfolges vor der Wiederaufnahme des Trainings

Wie funktioniert der MRT?

Die Scans werden in einem speziell abgeschirmten Raum angefertigt. Das Bein wird einem starken magnetischen Feld und kurzen Radiowellenimpulsen ausgesetzt. Das entstehende Signal kann daraufhin in Bilder umgewandelt werden. Unterschiedliche Sequenzen liefern verschiedene Signale. So können alle Gewebe ohne Kontrastmittel voneinander abgegrenzt werden. Es entsteht keine schädliche Strahlung wie beim Röntgen und CT. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.