Was heute noch als „Zukunftsmusik“ gelten mag, kann morgen in der praktischen Anwendung bereits selbstverständlich sein. Deshalb spielt die Suche nach neuen diagnostischen und therapeutischen Optionen in unserem Hause eine große Rolle. Auf dem Gebiet der veterinärmedizinischen Forschung engagieren wir uns in den unterschiedlichsten Bereichen. Dazu gehören die Erprobung und Zulassung neuer Medikamente für den Veterinärbereich ebenso wie die Anwendung chirurgischer Techniken aus dem Humanbereich.
Als besonders eindrucksvolles Beispiel ist hier die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Professor Krause, Kiefer- und Gesichtschirurg am Klinikum Bremen-Mitte zu erwähnen: Mit einer innovativen endoskopischen OP-Technik konnte die so genannte Gaumenspalte, eine Fehlbildung, die beim Fohlen normalerweise wenige Wochen nach der Geburt zum Tode führen kann, erfolgreich behandelt werden. Pferde, die mit offenem Gaumen zur Welt kommen, können nicht richtig trinken, weil ein Teil der Nahrung durch die Nüstern wieder austritt oder in die Atemwege gerät. In der Regel sterben solche Fohlen an einer Lungenentzündung, einer so genannten Aspirationspneumonie. Mit den bisherigen OP-Methoden konnte den Tieren nicht geholfen werden – denn anders als beim Menschen ist eine Gaumenspalte bei Pferden nur schwer zugänglich. Erst mit Hilfe endoskopischer Instrumente und Techniken gelang es nun, die Gaumenspalte mittels minimal-invasiver Operation zu schließen.