Die Radiosynoviorthese (RSO) als Behandlungsmethode von Gelenkserkrankungen bei Pferden

Der Begriff Synoviorthese lässt sich aus den griechischen Worten „Synovia“ (im Deutschen: die Schleimhaut) und „Orthese“ (im Deutschen: die Wiederherstellung) ableiten. Wiederhergestellt werden soll die entzündlich veränderte Gelenkschleimhaut chronisch entzündlich erkrankter Gelenke, bei denen keine degenerativen Gelenkknorpel- und Knochenveränderungen vorliegen. Bei der Radiosynoviorthese wird dies durch das Einbringen radioaktiver Stoffe (Radionuklide) in das erkrankte Gelenk erreicht.

 

 

Die RSO wird mit sogenannten Radionukliden durchgeführt, die bei ihrem Zerfall Strahlung abgeben. In der Human- sowie in der Veterinärmedizin werden Yttrium90, Erbium169 und Rhenium186 eingesetzt. Die Wahl des Radionuklids richtet sich nach der Größe des zu behandelnden Gelenkes.

Nach der Applikation des radioaktiven Medikamentes in die Gelenkhöhle werden die entzündlich veränderten, oberflächlichen Schichten der Gelenkschleimhaut unter Schonung der tiefer liegenden Anteile wie Gelenkknorpel und Knochen zerstört. Zusätzlich werden die radioaktiven Substanzen von sogenannten Fresszellen aufgenommen und führen dort zu einer Verödung der Zellschichten. Aufgrund der geringen Strahlungsreichweite der zum Einsatz kommenden Radionuklide gilt die Behandlung als risikoarm, die gelenkfernen Körperregionen erfahren keine Strahlungsbelastung.

Behandelt werden bei Pferden Gelenke mit wiederkehrenden Gelenkergüssen, Sehnenscheiden und Schleimbeutel sowie chronisch wiederkehrende Gelenkenzündungen. Um die Behandlung gezielt einsetzen zu können ist es nötig den Patienten vor der Injektion einer sorgfältigen Lahmheitsuntersuchung zu unterziehen.

Um zu gewährleisten, dass das Radionuklid an der gewünschten Stelle verbleibt, erfolgt die Behandlung stationär. Der Patient erhält in der Klinik eine drei tägige Boxenruhe und wird danach mit einem entsprechenden Bewegungsplan entlassen.